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Montenegro mit dem Auto: Route für 5 Tage

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Die Route: Tivat — Kotor und die Serpentine zum Lovćen — Budva und Sveti Stefan — Skadar-See — Perast und zurück nach Tivat. Fünf Tage, und jeder endet vor Sonnenuntergang.

Montenegro ist winzig — 13 800 Quadratkilometer, etwas kleiner als Schleswig-Holstein. Man schaut auf die Karte, sieht zweiundzwanzig Kilometer von Kotor nach Budva, eine Stunde zum Skadar-See, und denkt: in fünf Tagen fahre ich das Land zweimal ab.

Die Karte lügt. Nicht bei den Entfernungen — da ist sie ehrlich. Sie lügt bei der Geschwindigkeit. Fast jede Straße hier folgt entweder der Küste oder steigt in Serpentinen ins Gebirge, und für dieselben zweiundzwanzig Kilometer brauchen Sie im Juli leicht eine Stunde. Deshalb enden die „zehn Sehenswürdigkeiten an einem Tag“-Routen aus dem Internet damit, dass man im Dunkeln fährt und nichts gesehen hat.

Unten steht eine Route für fünf Tage, bei der jeder Tag vor Sonnenuntergang endet. Die Etappen sind bewusst kurz: in Montenegro ist der Weg interessanter als das Ziel.

Kotor von oben: die roten Dächer der Altstadt, die Bucht und die Berge ringsum

Warum diese Route ohne Auto nicht funktioniert

Busse fahren in Montenegro entlang der Küste und verbinden die größeren Orte: Herceg Novi, Kotor, Budva, Bar. Das ist das ganze Netz. Lovćen, Njeguši, die Aussichtspunkte über dem Skadar-See — dorthin fährt der öffentliche Verkehr gar nicht oder ein- bis zweimal am Tag.

Ein Linienbus zwischen zwei Küstenorten kostet 3–9 €, fährt aber nicht zu den Zielen dieser Route. Das Taxi ist in der Saison die teuerste Variante: Zwei, drei Fahrten am Tag kosten mehr als ein Miettag — ab 25 € in der Nebensaison, im Sommer etwa doppelt so viel —, und die Freiheit, dort anzuhalten, wo es schön ist, haben Sie trotzdem nicht.

Daraus folgt eine einfache Regel: Wenn Ihre Reise nur aus einem Strand in Budva besteht, brauchen Sie kein Auto. Stehen Berge auf dem Plan, brauchen Sie eines — und für diese Route an allen fünf Tagen.

Tag 1. Tivat: Ankunft und Bucht

Fast alle landen in Tivat — der Flughafen liegt direkt am Meer, 20 Kilometer und eine halbe Stunde von Budva, 7 Kilometer und fünfzehn Minuten von Kotor. Das Auto wird ans Terminal gebracht, die Schlüssel gibt es auf dem Parkplatz gegenüber dem Ausgang.

Überladen Sie den ersten Tag nicht. Einchecken, zu Fuß nach Porto Montenegro — der Marina, in der die Boote liegen, die man sonst nur im Film sieht — und an der Promenade essen. Das reicht.

Marina Porto Montenegro in Tivat: Motorboote am Steg und ihre Spiegelung

Gut zu wissen. Holen Sie das Auto gleich am Flughafen ab, nicht am nächsten Tag in der Stadt: In der Saison sind die Vormittagstermine zuerst weg. Wie die Buchung Schritt für Schritt abläuft, steht in einem eigenen Text — Mietwagen online buchen.

Tag 2. Kotor und die Serpentine zum Lovćen

Der wichtigste Tag. Vormittags Kotor: die Altstadt in ihren Mauern und der Aufstieg zur Festung des heiligen Johannes — 1350 Stufen, Eintritt 15 €, am besten vor neun Uhr, solange es kühl ist. Wie Sie die Stadt in einen Tag packen, steht in Kotor an einem Tag.

Danach kommt das, wofür man überhaupt ein Auto mietet. Von Kotor steigt eine Serpentine Richtung Lovćen: fünfundzwanzig Kehren, und mit jeder öffnet sich die Bucht weiter. Auf halber Höhe gibt es Haltebuchten — von dort entstehen die Fotos der Bucht von oben. Oben liegen der Nationalpark Lovćen (Eintritt 3 €) und das Njegoš-Mausoleum (8 €, geöffnet vom 15. April bis 15. November, im Winter geschlossen). Die Strecke im Detail beschreibt Die Straße Kotor–Lovćen.

Eine Bergserpentine in Montenegro: Kehren zwischen den Felsen

Gut zu wissen. Die Straße ist schmal, streckenweise einspurig mit Ausweichstellen. Ruhig fahren, erster oder zweiter Gang, an den Buchten ausweichen. Wer selten fährt oder Höhe nicht mag, nimmt die normale Straße über Cetinje — die Aussicht ist fast dieselbe. Es gibt auch die Seilbahn Kotor — Lovćen: 25 € hin und zurück, 11 Minuten Fahrt, sie bringt Sie auf 1300 Meter.

In die Altstadt von Kotor kann man nicht hineinfahren. Parken an der Promenade vor den Mauern kostet im Sommer 4,80 € pro Stunde, im Winter 2,40 €; auf den entfernteren Plätzen ab 0,90 €.

Tag 3. Budva und die Küste

Budva ist das Zentrum der Küste: eine Altstadt auf einer Landzunge, Strände, Abendleben. Vormittags die Mauern und der Strand Mogren dahinter, nachmittags eine kurze Fahrt am Meer entlang nach Sveti Stefan: 9 Kilometer, 15 Minuten.

Die Insel selbst ist ein Hotel, das am 1. Juli 2026 nach fünf Jahren Stillstand wieder eröffnet hat. Wer dort nicht wohnt, kommt nur mit einer Führung nach Anmeldung hinein; Preis und Uhrzeiten erfragen Sie vorab im Hotel. Der Aussichtspunkt über der Insel ist einer der meistfotografierten Orte des Landes, und er kostet nichts. Parken unten 2–4 € pro Stunde. Mehr dazu in Sveti Stefan.

Die Mauern der Altstadt von Budva, vom Kiesstrand aus gesehen

Gut zu wissen. Parken ist in Budva im Juli und August das eigentliche Problem. In der Altstadt gibt es keine Plätze, man stellt das Auto auf den kostenpflichtigen Flächen den Hang hinauf ab. Die Stunde kostet 1–2 €, an der Altstadt bis 3 €, und bezahlt wird rund um die Uhr, auch am Wochenende. Wer nicht zahlt, riskiert 50 €.

Tag 4. Skadar-See

Szenenwechsel: weg vom Meer, ins Landesinnere. Von Budva nach Virpazar sind es rund 43 km, etwa eine Stunde durch den Sozina-Tunnel (2,50 €). Von Podgorica ist es näher — 25 Kilometer, etwa eine halbe Stunde.

Einen Abstecher wert ist der Aussichtspunkt Pavlova Strana: Der Crnojević-Fluss macht dort eine fast geschlossene Schleife, eines der bekanntesten Bilder des Landes. Von Virpazar fahren Boote zwei bis drei Stunden zwischen Seerosen und Vögeln hinaus. Der Eintritt in den Nationalpark kostet 5 €, ein Platz im Gruppenboot 15–25 € pro Person. Mehr in Skadar-See und Fluss Crnojević.

Eine Flussschleife zwischen grünen Hügeln am Skadar-See

Gut zu wissen. Die Straße um den See ist stellenweise schmal und ohne Leitplanken. Planen Sie mehr Zeit ein, als das Navi anzeigt.

Tag 5. Zurück ans Meer

Der letzte Tag hängt davon ab, von wo Sie fliegen. Ab Tivat fahren Sie an der Bucht von Kotor entlang zurück und nehmen die Fähre Kamenari — Lepetane: weniger als zehn Minuten auf dem Wasser, 5 € pro Pkw. Die Fähre spart rund 30 Kilometer und eine halbe bis eine ganze Stunde, je nachdem, wie dicht der Verkehr rund um die Bucht ist.

Bleibt Zeit, halten Sie in Perast: ein kleiner Ort aus Stein, von dem Boote zur Insel Gospa od Škrpjela ablegen, die über Jahrhunderte von Hand aufgeschüttet wurde. Das Boot hin und zurück kostet rund 5 €.

Die beiden Inseln in der Bucht von Kotor vor Perast Die Bucht von Kotor: rote Dächer, türkisfarbenes Wasser und Berge

Was Sie über die Straßen wissen sollten

  • Mautpflichtig sind zwei Strecken: der Sozina-Tunnel zwischen Podgorica und der Küste — 2,50 € — und die Autobahn in den Norden, 3,50 € für die ganze Strecke. Dazu kommt die Fähre über die Bucht, 5 € pro Pkw.
  • Die Regeln sind europäisch, der Fahrstil ist es nicht immer: Nicht jeder blinkt, auf den Fernstraßen stehen Blitzer. Seit dem 7. August 2026 gilt ein neues Verkehrsgesetz, die Bußgelder sind um das Zwei- bis Dreifache gestiegen: ab 60 €, für Gurt und Handy ab 150 €. Details in Autofahren in Montenegro.
  • Tankstellen gibt es entlang der Küste überall, im Gebirge seltener. Vor der Fahrt in den Durmitor oder in den Norden lieber volltanken. Im Herbst 2026 kostet Benzin rund 1,75 € pro Liter.
  • Parken kostet: in Kotor ab 0,90 € pro Stunde auf den entfernteren Plätzen bis 4,80 € an der Stadtmauer, in Budva 1–2 €, an der Altstadt bis 3 €, in Sveti Stefan 2–4 €. In Kotor und Budva wird rund um die Uhr kassiert. Per SMS zahlen können Sie nur mit einer montenegrinischen SIM-Karte. Details in Parken in Montenegro.

Wenn ein Tag mehr drin ist

Diese Route lässt den Norden bewusst aus — die Tara-Schlucht, die Đurđević-Brücke und Durmitor. Als Tagesausflug von der Küste geht das, es werden aber zwölf Stunden, davon acht am Steuer: Von Budva zur Brücke sind es rund 185 Kilometer, vier Stunden pro Richtung. Ehrlicher ist ein sechster Tag mit Übernachtung in Žabljak — von Budva 160 Kilometer, 3–3,5 Stunden.

Im Herbst 2026 ist die Đurđević-Brücke wegen Sanierung gesperrt — bis zum 26. Oktober, eine frühere Freigabe ist angekündigt. Prüfen Sie den Stand vor der Fahrt.

Und wenn Sie es umgekehrt ruhiger möchten — tauschen Sie einen Fahrtag gegen ein Boot: Ablegen in Kotor oder Tivat, die Blaue Grotte (Plava špilja) und Baden dort, wo man vom Ufer aus nicht hinkommt. Das Boot hält am Eingang der Grotte; hinein geht es mit dem Kajak oder schwimmend vom Boot aus — Motorbooten ist die Einfahrt seit 2026 verboten.


Preise im September 2026 geprüft. Sie ändern sich von Saison zu Saison — wenn Ihnen etwas auffällt, schreiben Sie uns.

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