Küstentörn ab Bar und Budva: Strände ohne Zufahrt
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Hinter Budva hört die Bucht auf, und das offene Meer beginnt. Das ist ein anderes Montenegro: statt des geschlossenen Beckens der Bucht von Kotor ein gerader Horizont, richtige Wellen und Wind, bei dem die Segel nicht zur Zierde gesetzt werden. Die Küste ist hier von Buchten zerschnitten, und zu gut der Hälfte führt weder Straße noch Pfad — erreichbar sind sie nur vom Wasser aus.
Genau deshalb fährt man hier hinaus: nicht, um die Küste von draußen anzuschauen, sondern um dorthin zu kommen, wo das Gelände vom Land aus keinen Zugang lässt. Gemietet wird das ganze Boot mit Skipper. In Budva kostet das ab 355 € für drei Stunden, in Bar ab 130 € pro Stunde mit dem Schnellboot oder ab 390 € für drei Stunden unter Segeln.
Kraljičina plaža: der Strand ohne Straße
Das wichtigste Ziel der Route ab Bar ist die Kraljičina plaža, der Strand der Königin Milena: ein Streifen aus feinem Kies unter Pinien hinter Čanj, zwischen Sutomore und Petrovac. Keine Straße führt hin, auf drei Seiten Fels, auf der vierten das Meer.
Der Name ist keine Werbung. Der Strand ist nach Königin Milena benannt, der Frau von König Nikola I.; sie kam von Bar aus über das Meer zum Baden hierher. Bis heute erreichen Sie ihn nur vom Wasser aus — mit dem Boot sind es von Čanj zehn Minuten. Deshalb liegen hier weniger Menschen als an den Nachbarstränden, und das Wasser ist klar, weil es in der Nähe weder Hotels noch Abwasser gibt.
Nicht zu verwechseln: Einen Strand gleichen Namens gibt es auch in Miločer bei Sveti Stefan. Das ist ein anderer, und er ist von 8:00 bis 20:00 Uhr nur für Hotelgäste geöffnet.
Auf dem Weg zur Kraljičina plaža passieren Sie Sutomore mit seinem langen Sandstrand, den Weiler Zagradje und Čanj, ein Dorf zwischen dem Meer und einem fast senkrechten Hang.
Katič und Sveta Nedelja: die Inseln vor Petrovac
Die Route ab Budva führt in die andere Richtung, nach Süden in die Bucht von Petrovac. Gegenüber der Promenade, 700 bis 900 Meter vom Ufer entfernt, liegen zwei kleine unbewohnte Inseln.
Katič ist ein bloßer Fels mit einem Leuchtfeuer. Auf Sveta Nedelja steht dagegen eine winzige weiße Kirche, und von ihr erzählt man sich eine Legende in zwei Fassungen. Nach der einen baute sie ein Seemann, der sich im Sturm genau auf diesen Felsen gerettet hatte. Nach der anderen war es ein griechischer Kapitän, dem ein Heiliger im Traum erschien und im Nebel den Weg wies. Überprüfen lässt sich keine der beiden, erzählt wird hier aber meist die vom Seemann.
Das Boot ankert direkt an der kleinen Insel, und zur Kirche schwimmen Sie hinüber, etwa fünfzig Meter. Gemeint ist die Strecke vom Boot, nicht vom Strand: Bis zum Ufer ist es von hier fast ein Kilometer. Über Stufen geht es hinauf zur Glocke, und es ist Brauch, sie zu läuten. Das ist kein für Touristen erfundenes Ritual, auch Einheimische tun das.
Von hier ist es nicht weit bis Sveti Stefan. Von der Straße aus fotografiert es jeder, vom Wasser aus wirkt die Insel anders: Sie erkennen, dass sie keine Kulisse ist, sondern eine echte befestigte Siedlung aus dem 15. Jahrhundert mit engen Gassen und Ziegeldächern, die komplett zum Hotel umgebaut wurde. Seit dem
- Juli 2026 ist das Hotel wieder in Betrieb. Vom Boot aus an Land gehen dürfen Sie nicht: Wer nicht im Hotel wohnt, kommt nur vom Ufer aus auf die Insel, mit einer Führung nach Voranmeldung, Dauer 30–40 Minuten; Preis und Uhrzeiten erfragen Sie vorab im Hotel. Ankern und Baden direkt gegenüber ist aber erlaubt.
Was kostet ein Boot an der Küste?
Sie zahlen für das ganze Boot:
- ab 355 € — drei Stunden in Budva, Motorboot für bis zu 7 Gäste
- ab 170 € pro Stunde — Schnellboot in Budva
- ab 130 € pro Stunde — Schnellboot in Bar
- ab 390 € — Segelyacht für drei Stunden in Bar
In der Regel enthalten sind Skipper und Treibstoff für die Route. Extra zahlen Sie das Mittagessen an Land und Hafengebühren in fremden Marinas. Essen und Getränke bringen die Gäste selbst mit.
Pro Kopf gerechnet: Drei Stunden in Budva für 355 € kosten zu viert rund 89 € pro Person, zu sechst 60 €. Zum Vergleich: Ein Platz auf dem Gruppenschiff durch die Bucht von Kotor kostet ab 53 €. Den genauen Betrag nennt die Firma, der das Boot gehört.
Küste oder Bucht: Was ist der Unterschied?
Es sind drei Punkte, und alle zählen bei der Wahl.
Hier schaukelt es. Nicht stark, aber offenes Meer bleibt offenes Meer. Wird in Ihrer Gruppe jemand leicht seekrank, ist die Bucht von Kotor die bessere Wahl — dort ist das Wasser fast immer glatt.
Hier wird gesegelt. In der Bucht nehmen die Berge den Wind weg, und das Boot fährt meist unter Motor. An der offenen Küste weht tagsüber der Maestral, eine gleichmäßige Brise vom Meer: Die Segel werden richtig gesetzt, und die Yacht krängt und nimmt Fahrt auf, wie sie soll.
Hier ist weniger los. Die Inseln vor Perast gehören zu den bekanntesten Motiven des Landes, im Sommer kreist dort ein Dutzend Boote. Bei Katič und an der Kraljičina plaža sind es deutlich weniger.
Wohin Sie sonst nur über das Wasser kommen, zeigt Buchten ohne Straße.
Wo die Tour endet — in Bar oder in Budva —, sprechen Sie bei der Buchung mit der Firma ab.
Ablauf und Packliste
Abgelegt wird im Hafen von Bar oder in der Marina von Budva. Abfahrtszeit und Badestopps legen Sie bei der Buchung mit der Firma fest; morgens ist das Meer ruhiger, der Maestral frischt erst gegen Mittag auf. Nehmen Sie Reisepass oder Personalausweis aller Gäste mit: Die Firmen verlangen die Dokumente meist, um die Ausfahrt anzumelden. Dazu Schuhe mit heller Sohle, Sonnencreme, Kopfbedeckung und eine Windjacke — unter Segeln ist es spürbar kühler als vor Anker.
Meist gibt es ein bis zwei Badestopps; wo und wie lange, entscheiden Sie mit dem Skipper. Eine Badeleiter ist an Bord, und das Wasser an der Kraljičina plaža und um die Inseln vor Petrovac ist bis auf den Grund klar — eine Taucherbrille lohnt sich. Im Juli und August hat das Meer 25–26 °C, im Juni 22–24 °C, im September 23–25 °C.
Die Saison läuft von Mai bis Oktober, im Winter fahren kaum Boote. Boote mit Preisen und freien Terminen finden Sie auf der Seite Yachtcharter.
In der Nähe
Wer glattes Wasser und die klassischen Postkartenmotive sucht, fährt in die Bucht: ab Tivat oder ab Kotor. Wer auf demselben Küstenabschnitt angeln will, findet alles unter Hochseeangeln. Alle Formate stehen unter Aktivitäten.
Zwischen Bar und Budva liegen rund 40 Kilometer Küstenstraße, etwa eine Stunde Fahrt. Wer selbst fährt, sollte vorher Verkehrsregeln und Bußgelder lesen: Seit dem 7. August 2026 gilt ein neues Verkehrsgesetz, die Bußgelder sind um das Zwei- bis Dreifache gestiegen.
Preise sind Richtwerte „ab“, für das ganze Boot, geprüft im September 2026. Die genaue Summe für Ihr Datum nennt die Firma, der das Boot gehört: Buchung und Zahlung laufen direkt über sie.
Boote und Preise ansehen
Termine, freie Plätze und Preise kommen aus dem System des Veranstalters. Buchung und Bezahlung laufen direkt über ihn.
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