Tara-Schlucht: die tiefste Schlucht Europas
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Bis zu 1300 Meter tief und rund 80 Kilometer lang — die tiefste Schlucht Europas. Oft wird sie nach dem Grand Canyon die zweittiefste Schlucht der Welt genannt. Die Tara hat sich durch das Kalkplateau zwischen Durmitor und Sinjajevina geschnitten, und was dabei herauskam, hat in Europa nichts Vergleichbares.
Das Wasser ist trinkbar. Nicht „einigermaßen sauber“, sondern trinkbar: Man schöpft es mit dem Becher direkt vom Raft, und das ist normal, kein Showeffekt für Gäste.
Was die Schlucht wirklich ist
Die Tara entspringt im Süden des Landes, läuft nach Norden und geht nach Bosnien über, wo sie sich mit der Piva zur Drina vereinigt. Rund 80 Kilometer dieses Weges fließt sie durch die Schlucht.
Der Nationalpark Durmitor wurde 1952 gegründet und 1980 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Das Einzugsgebiet der Tara ist seit 1977 Biosphärenreservat. Ringsum steht Reliktwald: Schwarzkiefern, die vierhundert Jahre und älter sind.
Man sieht die Schlucht auf zwei Arten, und der Eindruck ist völlig verschieden.
Von oben: Brücke und Aussichtspunkte
Der Hauptpunkt ist die Đurđević-Brücke: fünf Bögen, 365 Meter lang, über 150 Meter hoch über dem Wasser. Als sie 1940 fertig wurde, war sie die größte Betonbogenbrücke Europas für den Straßenverkehr.
Im Herbst 2026 ist die Brücke wegen Sanierung gesperrt — bis zum 26. Oktober, eine frühere Freigabe ist angekündigt. Prüfen Sie vor der Fahrt den aktuellen Stand.
Aussichtsplattformen gibt es an beiden Enden, der bessere Blick ist der vom Nordende. Über die Schlucht spannt sich eine Zipline: Linien von 350 Metern bis zu einem Kilometer, 10–30 € je nach Linie, Saison von Mitte April bis September, nur bei trockenem Wetter.
Brücke, Geschichte und Parken im Detail: Đurđević-Brücke.
Der zweite Blick ist der Aussichtspunkt Ćurevac und die Haltebuchten an der Straße nach Žabljak: Dort sieht man die Schlucht nicht als Punkt, sondern als Linie bis zum Horizont.
Von unten: Rafting
Den Maßstab begreift man nur unten. Vom Wasser aus steigen die Wände über einen Kilometer auf, und vom Rand spürt man das nicht.
Der Standardabschnitt ist Brštanovica — Šćepan Polje, 18 Kilometer und 24 Stromschnellen der zweiten Kategorie. Das ist sicheres Wasser: Kinder ab fünf Jahren, paddeln kann jeder, die Kommandos gibt der Guide.
Ein ganzer Tag mit Transfer, Frühstück und Mittagessen kostet ab 82 € pro Person — Tara-Rafting und Piva-Schlucht, gleich ob Abfahrt in Budva, Kotor, Tivat, Bar oder Podgorica. Neopren, Helm und Weste sind inklusive.
Saison: Mai bis September. Im Mai ist das Wasser hoch und kalt, die Stromschnellen sind wuchtiger; im August ist es ruhiger und wärmer.
Anfahrt
Von Žabljak zur Brücke sind es 23 Kilometer, eine halbe Stunde. Von Budva rund 185 Kilometer und vier Stunden über Podgorica und die Morača-Schlucht, von Kotor eine halbe Stunde länger.
Die Straße ist asphaltiert, aber gebirgig: Tempo 60–80, Serpentinen, unbeleuchtete Tunnel. Volltanken in Podgorica oder Mojkovac — danach sind Tankstellen rar: Tankstellen in Montenegro.
Mautpflichtige Straßen gibt es in Montenegro zwei, auf dem Weg nach Norden liegt eine: die Autobahn Smokovac–Mateševo hinter Podgorica, 3,50 € für die ganze Strecke. Sie umgeht die Morača-Schlucht; die alte Straße durch die Schlucht ist mautfrei.
Das Parken an der Brücke ist kostenlos, zwischen elf und sechzehn Uhr aber von Reisebussen belegt.
Ein Tag oder zwei
Ein Tagesausflug von der Küste sind zwölf Stunden, acht davon am Steuer. Sie schaffen die Brücke, den Schwarzen See und unterwegs das Kloster Morača: Durmitor und Schwarzer See.
Mit Übernachtung in Žabljak wird der Tag menschlich, und es bleibt Zeit für Rafting oder einen Weg: Žabljak und Nordmontenegro in zwei Tagen.
Wenn Sie nicht selbst fahren
Die Bustour Tara- und Morača-Schluchten nimmt Brücke, Schwarzen See, Kloster Morača und den Biograder See mit, Abholung am Hotel. Der Preis: ab 58 € pro Person bei Abfahrt in Budva oder Podgorica, von Kotor, Tivat und Bar aus ab 68 €.
Die private Fassung derselben Route, mit eigenem Guide und ohne fremde Gruppe: Schluchten und Žabljak privat, ab 90 € für die ganze Gruppe. Beide laufen, wie alle Ausflüge dieses Veranstalters, ausschließlich mit russischsprachigem Guide; wer kein Russisch versteht, fährt besser selbst mit dem Mietwagen.
Alle Formate stehen unter Aktivitäten.
Was zu bedenken ist
Temperatur. An der Küste 30 °C, auf der Brücke 18 °C und Wind. Im August. Warme Sachen sind Pflicht.
Schuhe. An den Aussichtspunkten Fels und Gras, beim Rafting gibt es nicht immer Schuhwerk — nehmen Sie etwas, das nass werden darf.
Bargeld. Zipline, Parkplätze an den Cafés und Souvenirs laufen fast überall bar.
Wenn Sie selbst fahren
Nehmen Sie keinen Wagen mit wenig Bodenfreiheit: Manche Zufahrten zu Aussichtspunkten sind Schotter, und die Versicherung deckt den Unterboden selten ab — Versicherung und Kaution. Angebote auf der Seite Mietwagen.
Und wenn Sie nach den Bergen Wasser wollen, ist der einfachste Kontrast eine Bootsfahrt: ab 355 € für drei Stunden, das ganze Boot für Ihre Gruppe, Yachtcharter.
Preise geprüft im September 2026.
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