Mobiles Internet in Montenegro: Preise und Funklöcher
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Wichtig vorab: Das EU-Roaming zu Inlandspreisen gilt in Montenegro nicht. Ihre Karte aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz wird hinter der Grenze teuer — wer das nicht vor dem Abflug klärt, merkt es erst an der Rechnung.
Im Autourlaub ist das Internet Werkzeug und nicht Komfort: Navigation in den Serpentinen, die nächste Tankstelle, der Anruf beim Vermieter, wenn etwas schiefgeht. Die gute Nachricht: Eine lokale SIM ist billig — 500 Gigabyte für 15 Tage kosten 15 €, und das ist kein Tippfehler. Die schlechte: In den schönsten Ecken des Landes gibt es überhaupt kein Netz.
Warum die eigene Karte hier so teuer ist
Montenegro gehört nicht zur EU, und „Roam like at home“ gilt hier nicht. Ihre Karte funktioniert, aber zu Roamingpreisen: Manche Anbieter verkaufen Tagespässe für ein paar Euro, andere rechnen nach Verbrauch ab — und die Rechnung kommt nach dem Urlaub, wenn Diskutieren nichts mehr bringt. Für Schweizer Karten gilt das ohnehin, unabhängig von EU-Regeln.
Das kann sich ändern: Seit Juni 2026 wird darüber verhandelt, „Roam like at home“ auf den Westbalkan auszuweiten. Erwartet wird das Ende 2026 oder Anfang 2027, ein festes Datum gibt es nicht.
Bis dahin gilt: Prüfen Sie Ihren Tarif vor dem Abflug. Gibt es keine Option für Montenegro, rechnet sich eine lokale SIM oder eSIM schon am ersten Tag.
Was eine lokale SIM kostet
Es gibt drei Netze: Crnogorski Telekom, One und m:tel. Alle drei verkaufen Touristenpakete zu fast identischen Preisen:
- 15 € — 500 GB für 15 Tage
- 20 € — 1 TB für 30 Tage
- 25–30 € — unbegrenzt
Fünfhundert Gigabyte sind eine Marketingzahl — im Urlaub schafft das niemand. Lesen Sie es als „Daten mehr als genug“, dann erledigt sich die Frage nach dem Volumen.
Ein zweiter Blick lohnt sich beim Roaming in den Nachbarländern, das im Paket enthalten ist: 9–20 GB für den Westbalkan — Serbien, Bosnien und Herzegowina, Nordmazedonien, Albanien, Kosovo. Wer einen Tag nach Trebinje oder nach Shkodra fährt, spart sich die zweite Karte an der Grenze.
Noch ein Grund für die lokale SIM: Parkgebühren per SMS lassen sich nur mit einer montenegrinischen SIM-Karte bezahlen. Details in Parken in Montenegro.
Inlandsgespräche sind meist enthalten, werden aber kaum gebraucht: Die Kommunikation mit Vermietern und Veranstaltern läuft über Messenger.
Wo kaufen und was Sie brauchen
Im Tabakkiosk. Der häufigste Ort — und der, den Reisende meist übersehen. Kleine Buden mit der Aufschrift Duvan stehen an jeder Promenade, an Busbahnhöfen und Märkten; die SIM-Karten liegen dort neben Zigaretten, Wasser und Parkmünzen. Sie haben länger geöffnet als die Handyläden, oft täglich, und man steht nicht an. Aufladen können Sie später ebenfalls dort — Nummer und Betrag nennen.
Am Flughafen. In Tivat und Podgorica stehen Schalter der Anbieter in der Ankunftshalle. Die schnellste Variante: Karte fünf Minuten nach dem Gepäckband, zum selben Preis wie in der Stadt.
Im Handyladen oder Supermarkt. In Budva, Kotor, Bar und Herceg Novi haben alle drei Anbieter Filialen an den Hauptstraßen, in der Saison bis spät geöffnet. Große Supermärkte führen SIM-Karten an der Kasse.
Nötig ist: der Reisepass. Touristenkarten werden auf den Inhaber registriert, ohne Registrierung wird die SIM nicht aktiviert — das ist Gesetz und keine Schikane des Verkäufers. Die Aktivierung dauert wenige Minuten, das Internet läuft sofort.
Nicht nötig sind: eine lokale Adresse, eine Bankkarte oder ein Aufenthaltstitel.
Ein Rat aus der Praxis: Kaufen Sie die Karte am ersten Tag, nicht „wenn ich sie brauche“. Brauchen werden Sie sie genau dann, wenn Sie ohne Karte und ohne Netz auf einer Bergstraße stehen — also in dem Moment, in dem der Kauf nicht mehr möglich ist.
Wann die eSIM besser ist
Unterstützt Ihr Telefon eSIM, kaufen Sie das Profil vorab und schalten es schon im Flugzeug frei. Wenn Sie die Ankunftshalle verlassen, läuft das Internet bereits — ohne Schalter zu suchen und ohne anzustehen.
Alle drei lokalen Anbieter geben eSIMs aus. Beim Onlinekauf ist ein Identitätsnachweis fällig: Passscan und Selfie, die Prüfung dauert Minuten bis zu einer Stunde.
Daneben gibt es internationale eSIM-Dienste mit Regionaltarifen, bei denen ein Profil mehrere Balkanländer abdeckt. Praktisch, wenn Montenegro nur eine Etappe auf einer größeren Route über Kroatien und Albanien ist.
Der Nachteil der eSIM ist der Preis pro Gigabyte. Internationale Tarife geben meist 5–20 GB für das Geld, für das der lokale Anbieter „unbegrenzt“ verkauft. Über eine Woche fällt das kaum ins Gewicht, über einen Monat deutlich.
Faustregel: ein Land und länger als eine Woche — lokale SIM. Mehrere Länder oder Kurztrip — eSIM.
Welcher Anbieter
Ehrliche Antwort: Sie werden keinen Unterschied merken. Die Abdeckung an der Küste ist bei allen dreien vergleichbar, die Geschwindigkeit reicht für alles.
5G gibt es, und zwar nicht nur auf dem Papier: gestartet im März 2022, erreicht es heute rund 96 % der Bevölkerung. In Podgorica, Kotor und Budva läuft es zuverlässig. Für Karten ist das überflüssig, für Arbeiten aus dem Urlaub reicht es allemal.
Wenn Sie doch wählen wollen: Vergleichen Sie, wie viel Roaming für die Nachbarländer im Paket steckt — 9–20 GB. Crnogorski Telekom hat traditionell etwas besseren Empfang tief in den Bergen.
Wo das Netz verschwindet
An der Küste steht die Verbindung überall, von Herceg Novi bis Ulcinj. Probleme beginnen genau dort, wo die interessanten Straßen beginnen:
- Die Serpentine zum Lovćen. Auf einigen Kehren fällt das Signal aus, vor allem dort, wo der Fels abschirmt. An den Aussichtspunkten ist es zurück.
- Der Tara-Canyon. Tief im Canyon gibt es gar nichts, bei keinem Anbieter. Auf der Durmitor-Hochebene und in Žabljak sind Sie wieder online.
- Die Straße um den Skadar-See. Stellenweise nichts, besonders auf den Schotterabzweigen zum Wasser.
- Der Sozina-Tunnel. Innen kein Empfang — bei dieser Länge normal.
- Bergdörfer im Norden. In den Dörfern Empfang, dazwischen Lücken.
Wichtig zu trennen: Navigation läuft offline, Suche nicht. Eine heruntergeladene Karte führt Sie ohne Netz durch jede Kehre. „Nächste Tankstelle“ oder „jetzt geöffnet“ braucht dagegen Daten — und genau das fehlt in den Bergen.
WLAN
Hotels, Apartments, Cafés und Restaurants haben fast überall WLAN, fast immer kostenlos — das Passwort steht auf dem Bon oder nennt Ihnen die Bedienung. Für einen Videoanruf reicht es.
Freie städtische Netze gibt es an den Promenaden von Budva und Kotor, verlassen sollte man sich darauf nicht: In der Saison sind sie überlastet. Als Ersatz für eine SIM taugt WLAN ohnehin nicht — es fehlt genau dort, wo man es braucht, nämlich unterwegs.
Vorher erledigen
Offline-Karten herunterladen. Der wichtigste Satz dieses Textes. Laden Sie Montenegro komplett, das Land ist klein und das Paket leicht. Machen Sie das zu Hause im eigenen WLAN, nicht am Flughafen.
Die Telefonnummer der Autovermietung in die Kontakte speichern, nicht nur in der Buchungsmail, und das Kennzeichen notieren. Ohne Daten in einem Postfach zu suchen, ist auf einer Bergstraße aussichtslos.
112 merken. Die einheitliche Notrufnummer funktioniert von jeder SIM, auch ohne Guthaben und ohne aktiven Tarif — wie überall in Europa.
Ladekabel fürs Auto einpacken. Navigation frisst den Akku schneller als gedacht, und ein Tag am Steuer ist lang. Eine Handyhalterung haben Mietwagen nicht immer; auf langen Strecken lohnt die eigene.
Kurz gefasst
Kaufen Sie die lokale SIM am Ankunftstag im Flughafen: 15 € für 15 Tage und 500 GB, die mehr als reichen. Reisepass mitnehmen, Aktivierung fünf Minuten. Nimmt Ihr Telefon eine eSIM und führt die Route über Grenzen, schauen Sie sich ein Regionalprofil an. Und laden Sie die Offline-Karten, solange Sie zu Hause sind — im Tara-Canyon ist das das Einzige, was funktioniert.
Preise geprüft im September 2026. Ebenfalls nützlich am Steuer: Verkehrsregeln, Parken, Tankstellen und eine Route für fünf Tage. Das passende Auto für diese Route finden Sie auf der Seite Mietwagen.
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