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Wein und Rakija in Montenegro: Vranac, Šipčanik, Preise

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Der wichtigste Wein Montenegros ist der rote Vranac: Er wächst auf mehr als der Hälfte der Rebfläche, die Flasche kostet im Laden ab 4–6 €, und eine Verkostung im unterirdischen Keller Šipčanik bei Podgorica gibt es ab 23 €. Als Weißwein suchen Sie Krstač, als Schnaps die Traubenrakija Lozovača.

Für Besucher hat der Wein des Landes zwei Adressen. Die große: Plantaže mit seinem Keller in einem ehemaligen Militärhangar, zu dem man wegen des Weins und der Kulisse fährt. Die kleine: die Dörfer der Crmnica am Skadar-See, wo Familien Wein machen und Gäste nach Anmeldung empfangen.

Kurz gefasst

  • Vranac — 51 % der Rebfläche des Landes (2021) und mehr als 70 % des heimischen Weins, sortenrein oder in der Cuvée.
  • Kratošija — genetisch dieselbe Sorte wie der italienische Primitivo und der kalifornische Zinfandel; Krstač — die wichtigste heimische weiße Sorte.
  • Šipčanik: 356 Meter Tunnel unter der Erde, 17–19 °C, Verkostungen ab 23 € pro Stunde, Buchung mindestens einen Tag vorher.
  • Crmnica bei Virpazar: Familienweingüter, Verkostung etwa 10–35 € pro Person, fast überall nach Anmeldung.
  • Rakija: Lozovača, Komovica, Šljivovica, Travarica; die Lozovača von Plantaže kostet 16,50 € pro Flasche.
  • Nach der Verkostung nicht ans Steuer: Die Grenze liegt bei 0,3 Promille.

Welche Weine sollte man probieren?

Rebsorte Wein Gut zu wissen
Vranac rot, dicht, rubinrot, mit Noten von Brombeere und Heidelbeere 1346 ha, 51 % der Rebfläche (2021); genetisch ein Nachkomme von Kratošija und Duljenga
Kratošija rot dieselbe Sorte wie Primitivo und Zinfandel; vor der Reblaus rund 90 % der alten Rebstöcke
Krstač weiß, trocken, hellgelb wichtigste heimische weiße Sorte
Žižak, Bioka, Čubrica, Lisičina weitere heimische Sorten seltener zu finden; Žižak führt Plantaže

Insgesamt hat das Land mehr als 2800 Hektar Rebfläche (Stand 2017). Die Weinbaugebiete nach EU-Regeln sind das Skadar-Becken (das wichtigste), die Küste, die Crmnica, die Zeta und Bjelopavlići. Die Crmnica hat Geschichte: Ihre Weine gewannen 1907 auf der Balkanausstellung in London erste Preise.

Šipčanik: Wie kommt man in den Keller von Plantaže?

Plantaže wurde 1963 gegründet und bewirtschaftet mehr als 2000 Hektar auf dem Ćemovsko polje bei Podgorica: mehr als 11 Millionen Rebstöcke, rund 22 Millionen Kilo Trauben im Jahr. Das ist einer der größten zusammenhängenden Weinberge Europas.

Šipčanik ist der Keller des Unternehmens, untergebracht in einem ehemaligen unterirdischen Flugzeughangar des Militärs: ein 356 Meter langer Tunnel, mehr als 30 Meter unter der Erde. Drinnen herrschen 17–19 °C und etwa 70 % Luftfeuchtigkeit — nehmen Sie auch im August eine Jacke und bequeme Schuhe mit. Hier lagert außerdem ein Weinarchiv, das mit dem Jahrgang 1979 beginnt. Adresse: Tuzi bb, Karabuško polje, Gemeinde Tuzi bei Podgorica.

Programm Was dazugehört Dauer Preis
Bouquet Keller mit Sommelier, drei Weine zu je 100 ml — Krstač, Kratošija, Vranac Pro Corde —, Bruschette 1 Stunde ab 23 €
In vino veritas vier Weine und Käse 1 Stunde ab 28 €
Snaga podneblja („Kraft des Terroirs“) vier Weine und eine Fleisch- oder Fischvorspeise 1 Stunde ab 33 €

Es gibt auch längere Programme: Wein mit Essen über zwei Stunden und ein Premiumprogramm von etwa vier Stunden ab fünf Personen. Deren Preise weichen je nach Quelle voneinander ab, fragen Sie bei der Buchung nach. Eine Fahrt mit dem Weinzug durch die Rebfelder kostet 5 € und dauert 25 Minuten; er fährt ab 15 Personen und nur zusammen mit dem Kellerbesuch.

Buchung. Verkostungen finden täglich von 9 bis 17 Uhr statt, gebucht wird direkt beim Weingut, mindestens einen Tag vorher. Stornieren können Sie bis 48 Stunden vorher; nach der Bezahlung gibt es kein Geld zurück. Geführt wird auf Englisch, andere Sprachen gibt es auf Anfrage — fragen Sie bei der Buchung nach Deutsch, zugesagt ist es nicht. Bezahlt wird mit Karte oder bar. Wein wird ab 18 Jahren ausgeschenkt, Kinder kommen nur in Begleitung der Eltern.

Die Seite mit den Touren verspricht „täglich“, der Weinladen im Šipčanik ist sonntags aber geschlossen. Für einen Sonntag fragen Sie deshalb vorher nach.

Lohnt sich die Fahrt? Wenn Sie ohnehin in Podgorica sind, dort landen oder zum Skadar-See fahren: ja, eine Stunde Wein im Tunnel bleibt im Gedächtnis. Eigens aus Budva — rund 65 Kilometer bis Podgorica, eineinviertel Stunden pro Richtung — nur für eine Verkostung anzureisen, lohnt sich eher für Weinliebhaber.

Was kostet Wein, und wo kauft man ihn?

Preise im Laden von Plantaže, September 2026, Flasche 0,75 l:

Wein Preis
Vranac Pro Corde 7,30 €
Kratošija 8,00 €
Malvazija 9,20 €
Žižak 9,50 €
Epoha 10,00 €
Vladika 12,40 €
Vranac Barrique 14,80 €
Vranac Reserve 23,80 €
Stari podrum Vranac 41,00 €
Premijer 70,00 €

Krstač ist im Onlineshop des Weinguts derzeit nicht zu haben. Pro Corde im Geschenkkarton kostet 9,80 €. Im Supermarkt kostet einfacher Vranac 4–6 €, ein Glas in der Konoba 3–4 €, eine Flasche im Restaurant 18–25 € (Juni 2026).

Läden von Plantaže: zwei in Podgorica (Bulevar Save Kovačevića 127 und Bulevar Svetog Petra Cetinjskog 64, dort 7–20 Uhr); im Šipčanik (im Sommer 9–17 Uhr, im Winter 8–16 Uhr); in Vranjina an der Straße Podgorica — Virpazar beim Restaurant „Jezero“ (im Sommer 9–20 Uhr, im Winter 9–17 Uhr). Sonntags sind alle vier Läden geschlossen.

Die Weindörfer der Crmnica

Die offizielle Tourismusseite des Landes nennt die Crmnica die „Wiege des Vranac“. Das Tal liegt am Westufer des Skadar-Sees rund um Virpazar: 25 Kilometer von Podgorica, 40 Minuten von Bar.

  • Cermeniza — in Boljevići, anderthalb Kilometer von Virpazar, Familie Đurišić, etwa 20.000 Flaschen im Jahr. Anmeldung ist Pflicht; bis zum 20. April empfängt das Weingut nur am Wochenende, danach täglich.
  • Kalimut und Ukšanović — ebenfalls in Boljevići; Tradicija und Garnet — in Godinje; Lipovac — in Građani, Verkostung 25 € für vier Weine, 35 € für acht.
  • In der Festung Besac über Virpazar ist heute das Restaurant Besac Heritage Retreat, geöffnet 9–21 Uhr.

Eine Verkostung bei den Familienwinzern der Crmnica kostet etwa 10–35 € pro Person, fast überall nach Anmeldung. Die Preise sind ohne Datum, fragen Sie bei der Buchung nach.

Virpazar feiert im Winter die „Tage des Weins und der Ukljeva“ — das Datum wechselt, erkundigen Sie sich vorher; im September gibt es ein Traubenfest, im Juli und August das „Priganica-Fest“. Was es am See sonst zu sehen gibt: Skadar-See und Crnojević-Fluss; aufs Wasser geht es mit dem Skadar-See im Schnellboot.

Welche Rakija sollte man probieren?

Rakija Woraus
Lozovača (Loza) aus Trauben
Komovica aus dem Trester, der nach dem Keltern übrig bleibt, ähnlich wie Grappa
Šljivovica aus Pflaumen
Travarica mit Kräutern angesetzt, man trinkt sie vor dem Essen
Medovača (Medica) Rakija mit Honig

Die Medovača sollten Sie nicht mit Medovina verwechseln: Das ist Met, ein Honiggetränk, das in Njeguši neben dem Schinken hergestellt wird — Njeguši-Schinken. Die Rakija vom Balkan ist ein Obstbrand, der türkische Rakı ein Anisschnaps: zwei verschiedene Getränke.

Gekaufte Rakija hat etwa 40 %, hausgemachte ist oft deutlich stärker. Eine eigene geschützte Bezeichnung gibt es auch: „Institutova lozova rakija“ ist eine von acht geografischen Angaben des Landes. Geprüfte Preise für hausgemachte Rakija gibt es nicht; verlässliche Anhaltspunkte sind die Brände von Plantaže: Loza 16,50 €, „Kruna“ 18,00 €, Prvijenac 18,50 €. Wie man mit angebotener Rakija umgeht, steht in Trinkgeld und Knigge.

Wie viel Wein und Rakija darf man mitnehmen?

Abgabenfreie Mengen pro Person bei der Einreise nach Deutschland, Österreich und in die übrige EU:

Was Menge
Stiller Wein 4 l
Bier 16 l
Spirituosen über 22 % 1 l — oder 2 l Getränke bis 22 %
Mindestalter 17 Jahre

Für andere Waren gilt eine Wertgrenze: 430 € bei der Anreise mit Flugzeug oder Schiff, 300 € auf dem Landweg; für Kinder unter 15 Jahren sind es in Deutschland 175 €. Wer in die Schweiz zurückreist, prüft die Schweizer Freimengen vor der Abreise.

Anders als Pršut und Käse dürfen Wein und Rakija in die EU. Was sich sonst als Mitbringsel eignet: Was aus Montenegro mitbringen.

Weinprobe und Auto: Was gilt?

In Montenegro gilt eine Grenze von 0,3 Promille, für junge Fahrer und Berufskraftfahrer null — strenger als die 0,5 Promille in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Für einen Tag bei den Winzern der Crmnica ist ein Mietwagen praktisch, nach der Verkostung fährt aber, wer nichts getrunken hat. Die Alternative ist ein Transfer: vom Flughafen Podgorica in die Stadt ab 34 € pro Fahrzeug, mehr dazu in Transfer vom Flughafen Podgorica. Was man zum Wein isst: Was essen in Montenegro.

Preise und Öffnungszeiten geprüft im September 2026. Quellen: Weingut Plantaže (Verkostungen, Läden, Preise), Nationale Tourismusorganisation Montenegros, Tourismusorganisation Bar, Wikipedia, EU-Portal Your Europe, Zoll Deutschland, Reiseführer Montenegro Unlock.

Häufige Fragen

Welchen Wein sollte man in Montenegro probieren?

Den roten Vranac, die wichtigste heimische Sorte, und als Weißwein den Krstač. Wer Primitivo mag, greift zur Kratošija: Genetisch ist es dieselbe Rebsorte.

Was kostet eine Verkostung im Šipčanik?

Laut offizieller Preisliste vom September 2026 ab 23 € für eine Stunde mit drei Weinen bis 33 € mit vier Weinen und Vorspeise. Buchen müssen Sie mindestens einen Tag vorher.

Was kostet eine Flasche Vranac?

Einfacher Vranac kostet im Supermarkt 4–6 €, im Laden des Weinguts Plantaže der Vranac Pro Corde 7,30 €. Im Restaurant zahlen Sie für die Flasche 18–25 €.

Wie viel Wein darf ich aus Montenegro nach Deutschland mitnehmen?

Abgabenfrei pro Person ab 17 Jahren: 4 Liter Wein und 16 Liter Bier, dazu entweder 1 Liter Spirituosen über 22 % oder 2 Liter Getränke bis 22 %.

Was unterscheidet Rakija vom türkischen Rakı?

Die Rakija vom Balkan ist ein Obstbrand aus Trauben, Trester oder Pflaumen, ohne Anis. Der türkische Rakı ist ein Anisschnaps, also ein anderes Getränk.

Darf ich nach der Verkostung Auto fahren?

Besser nicht: In Montenegro gilt 0,3 Promille, für junge Fahrer und Berufskraftfahrer null. Planen Sie einen nüchternen Fahrer oder einen Transfer ein.

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