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Kloster Ostrog: eine Kirche im senkrechten Fels

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Ostrog steht in neunhundert Metern Höhe in einer senkrechten Felswand — nicht neben dem Fels, sondern buchstäblich in ihm: zwei Kirchen sind in natürliche Höhlen eingepasst, eine weiße Fassade klebt am grauen Stein, und von unten sieht es aus, als hielte sich das Gebäude an nichts fest.

Ostrog gehört zu den meistbesuchten orthodoxen Heiligtümern des Balkans. Es kommen nicht nur Orthodoxe: Auch Katholiken, Muslime und Menschen ohne jeden Glauben stellen sich zu den Reliquien an, und die Mönche weisen niemanden ab. Der organisierte Tagesausflug heißt „Ostrog und Podgorica“ und kostet ab 39 € pro Person; er fährt in der Saison, von Oktober bis Mai findet er nicht statt. Der Eintritt ins Kloster ist frei.

Wer war der heilige Vasilije von Ostrog

Ein Metropolit von Zahumlje im 17. Jahrhundert, der die schwerste Zeit dieser Landstriche erlebte. Er zog sich vor dem osmanischen Druck in die Berge zurück, ließ sich in einer Höhle im Ostrog-Fels nieder und lebte dort fünfzehn Jahre, umgeben von einer Mönchsgemeinschaft. Er starb 1671; sieben Jahre später fand man seinen Leib unverwest, und seither ruhen die Reliquien hier.

Eine Geschichte dazu wird jedem erzählt. Alle zehn Jahre werden den Reliquien weiße Stricksöckchen an den Füßen gewechselt. Jedes Mal finden die Mönche beim Abnehmen die Sohlen durchgelaufen — als ginge der Heilige noch immer umher.

Wie der Aufstieg abläuft

Das Kloster besteht aus zwei Teilen.

Unteres Ostrog (Podostrog) ist der Ort, an dem die Busse halten. Dort stehen eine Dreifaltigkeitskirche aus dem 19. Jahrhundert, eine Quelle und der Klosterladen.

Oberes Ostrog ist das im Fels. Große Busse kommen dort nicht hinauf, die Straße ist zu schmal. Es gibt zwei Wege:

  • zu Fuß über einen Waldpfad, etwa vierzig Minuten bergauf — kostenlos;
  • mit dem Kleinbus — 1–2 € pro Richtung.

Pilger gehen traditionell zu Fuß, und die letzten Meter zu den Reliquien legen viele barfuß zurück.

Im oberen Kloster stehen zwei Kirchen: die Kirche Mariä Tempelgang mit den Reliquien und die Kreuzerhöhungskirche am Glockenturm. Dem Turm gegenüber wächst ein Weinstock direkt aus dem nackten Fels, an jener Stelle, an der Vasilije gestorben sein soll. Wie er sich dort ohne Erde hält, erklärt niemand überzeugend.

Gruppen verbringen zwei bis drei Stunden in Ostrog. Die Schlange zu den Reliquien kann lang sein — das gehört zum Besuch und ist keine Panne im Programm.

Kloster Cetinje

Das zweite große Heiligtum der Gegend. Cetinje ist die alte Hauptstadt des Landes, gegründet 1482, als der Hof vor den Osmanen in die Berge zog. Mehr über die Stadt steht in Cetinje an einem halben Tag.

Das Kloster Cetinje bewahrt zwei Reliquien ersten Ranges:

  • die rechte Hand Johannes des Täufers — die Hand, mit der der Überlieferung nach Christus getauft wurde;
  • einen Splitter des lebensspendenden Kreuzes.

Außerdem ruhen hier die Reliquien des heiligen Petar von Cetinje.

Das Kloster ist Sitz der montenegrinischen Metropolie. Auch hier kann man Kerzen anzünden, Gebetszettel hinterlassen und Brojanice kaufen — geflochtene Gebetsschnüre, die man üblicherweise an den Reliquien segnen lässt.

Den Gruppenausflug „Ostrog und Kloster Cetinje“ führt der Veranstalter 2026 nicht durch. Cetinje und sein Kloster liegen aber auf der Route des Herz Montenegros.

Was es kostet

„Ostrog und Podgorica“ kostet ab 39 € pro Person für Erwachsene bei Abfahrt in Budva oder Podgorica, ab 49 € von Kotor, Tivat und Bar aus. Die Variante nur nach Ostrog mit Abfahrt in Herceg Novi findet 2026 nicht statt.

Enthalten sind Bus, lizenzierter Reiseleiter und die Rückfahrt zum Abholpunkt. Alle Ausflüge dieses Veranstalters — Gruppen- wie Privattouren — laufen ausschließlich mit russischsprachigem Guide. Wer kein Russisch versteht, fährt besser selbst mit dem Mietwagen: Eintritt und Parkplatz in Ostrog sind kostenlos.

Separat:

  • 1–2 € — Kleinbus hinauf oder hinunter zwischen unterem und oberem Ostrog (zu Fuß kostenlos)
  • ab 10 € — Mittagessen in einem landestypischen Restaurant, nach Wunsch

Buchung ohne Anzahlung, Abrechnung beim Reiseleiter im Bus, Stornierung kostenlos. Den genauen Betrag und den Fahrplan bestätigt das Unternehmen, das den Ausflug durchführt.

Was anziehen

Das ist einer der wenigen Ausflüge, bei denen Kleidung keine Empfehlung, sondern Eintrittsbedingung ist. Schultern und Knie müssen bedeckt sein: Frauen tragen einen langen Rock oder eine lange Hose, ein Kopftuch ist erwünscht, aber keine Pflicht; Männer keine kurzen Hosen. Am Tor werden manchmal Umhänge ausgegeben, verlassen sollte man sich darauf nicht.

Schuhe bequem und geschlossen, besonders wenn Sie zu Fuß gehen: Der Pfad ist steinig. Wasser, Kopfbedeckung, Bargeld für Laden und Essen. Die übrigen Regeln des Landes — von den Kerzen in der Kirche bis zum Trinkgeld — stehen in Trinkgeld und Knigge in Montenegro.

Lohnt es sich für Nichtgläubige

Ja, aus drei Gründen. Erstens das Bauwerk selbst: Eine Kirche im Fels ist seltene Ingenieurskunst, nicht nur ein Heiligtum. Zweitens der Blick von der Terrasse des oberen Klosters auf die Ebene von Bjelopavlići. Drittens sieht man hier am deutlichsten, wie dieses Land mit seiner Geschichte umgeht — sie wurde nicht musealisiert, sie ist lebendig.

Eines sollte man im Kopf behalten: Das ist ein aktives Kloster, keine Sehenswürdigkeit. Fotografieren in den Kirchen ist verboten, an den Reliquien wird nicht gesprochen.

In der Nähe

Dieselben Berge in weltlicher Fassung: das Herz Montenegros — Cetinje, Njeguši mit seinem Schinken und die Seilbahn über Kotor. Wer weiter nach Norden möchte, findet dort die Tara- und Morača-Schlucht.

Alle Ziele stehen unter Aktivitäten, Gruppenausflüge mit Preisen unter Ausflüge in Montenegro.


Preise geprüft im September 2026.

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